Haben Sie Fragen zu

Amex GBT bringt ihren Kunden Nachhaltigkeit näher

Der grosse TMC lud zum Kundenforum in Bern ein.

Nachhaltigkeit stand im Mittelpunkt des diesjährigen Kundenforums von Amex GBT, das dieses Jahr im Hotel Schweizerhof in Bern stattfand. Der TMC selber und seine Partner stellten den zahlreich anwesenden Travel Managern ihre Anstrengungen und Ziele im Bereich CO₂-Reduktion vor.

Es gebe noch viel zu tun, stellte Patrik Moreillon, CEO von Amex GBT in der Schweiz eingangs fest. Als TMC sieht er seine Rolle als ‘Möglichmacher’, der seinen Kunden den Weg zum Ziel ‘Netto Null’ zeigt und hilft, dieses auch zu erreichen. GBT will der Marktplatz für Grünen Business Travel sein. Die entsprechenden Überlegungen und Produkte zeigten Nicole Sautter, EMEA Manager of Global Sustainability, und Sesilia Kalss, Senior Consulting Manager, auf.

Nachhaltiges Reisen heisse, die Luftfahrt zu dekarbonisieren, erklärte Sautter. 92% des CO₂-Ausstosses im Reisebusiness geht auf das Konto des Fliegens. Deshalb steht Sustainable Aviation Fuel (SAF) im Vordergrund der möglichen Lösungen.

Bis 2030 könnte, mit massiv verstärktem Druck der Konsumenten und auch der Staaten bis 10% des globalen Flugtreibstoffverbrauchs SAF sein – wenn nur die bisher öffentlich angekündigten Projekte realisiert würden, wären es bloss 1%. Es gäbe also Luft nach oben. Sautter erinnerte auch an die Dringlichkeit: Ohne Taten würde der Anteil der Luftfahrt am globalen CO2-Ausstoss bis 2050 auf 22% steigen, heute liegt er bei 3%.

Das Beispiel Henkel

Konkrete Beispiele zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zeigte Thorsten Schneeberger, Corporate Director Purchasing des Konsumgüterriesen Henkel. Er sieht die frühere binäre Business-Travel-Welt, in der es um Komfort und Kosten ging, zu einem Dreieck erweitert, in dem Nachhaltigkeit quasi ‘on top’ die obere Spitze über Komfort und Kosten belegt.

Seine Erkenntnis für die Umsetzung: «Das Change Management für Sustainability muss von oben kommen.» Und zwar deshalb, weil «oben die grössten CO₂-Fussabdrücke entstehen». Nachhaltigkeit, so die Folgerung, muss vom Top Management exemplarisch vorgelebt und nicht nur vorgeschrieben werden.

Das Vorgehen bei Henkel erklärte Schneeberger in drei Schritten: Ein Sustainability Assessment definiert die Ausgangslage, Massnahmen in Bezug auf Hotel, Flüge und anderes umsetzen aufgrund eines transparenten Sustainability Dashboards und schliesslich optimieren der Prozesse zur Erreichung der CO₂-Fussabdruck-Reduktion. Dabei gelte bei allen Emmissionen: «Vermeide was du kannst, verändere was du nicht verändern kannst.»

Bei den Flügen, dem Hauptverursacher von CO₂-Emmissionen, setzt Henkel mit fünf Punkten an: Mehr Premium Eco und Eco statt Business, mehr Direkt- statt Umsteigeflüge, Zug in der 1. Klasse statt Flug, Reduktion der Ein-Tages-Trips und diese durch virtuelle Meetings ersetzen. Am Boden wird Elektromobilität und multimodaler Transport gefördert. Bei den Hotels setzt Henkel auf Grün geratete Häuser, die selber Nachhaltigkeitsprogramme haben.

An die Adresse der Airlines stellte Schneeberger die Frage, ob deren Loyalty Programme in Zeiten der Dekarbonisierung noch zeitgemäss seien. Macht es Sinn, wenn für Punkte, die man mit Fliegen erwirbt, noch mehr Flugreisen generiert?, meinte er sinngemäss. Sinnvoller wäre nach seiner Meinung, wenn etwa über Bonus- und Vielfliegerprogramme die Menge Essen an Bord genauer geplant würde. Das vermeide nicht nur Food Waste, sondern auch CO₂-Ausstoss, wenn weniger Gewicht im Flugzeug ist. «Ein Teebeutel weniger bringt weltweit zwei Tonnen weniger CO₂-Ausstoss», so Schneeberger.

Netto Null ist erreichbar

«Netto Null bis 2050 ist erreichbar», erklärte Michael Schneider, Assistant Director Environment&Sustainability der IATA. Nötig seien dafür technische Fortschritte, darunter eine viel grössere Verwendung von SAF, sowie betriebliche und operationelle Verbesserungen bei den Airlines und auch der Flugsicherung, wozu die Optimierung der Flugwege gehört. SAF allein könne bis 2050 zu zwei Drittel zur Erreichung des Netto-Null-Ziels beitragen.

Nachhaltigkeit fängt bei jedem selber an und betrifft nicht nur Flüge. Wer nicht selber entscheiden kann, kann zumindest Entscheide beeinflussen, fasste Eloisa Urrutia, Head of M&E Sustainability, das Credo zusammen. Wie das geht zeigte Amex GBT mit der Menu-Auswahl: Statt Rindfleisch wurde Poulet zum Flying Lunch gereicht, damit blieb der CO₂-Fussabdruck kleiner. Gerade mal drei Kilo CO₂-Ausstoss pro teilnehmende Person errechnete sie für den Kundenanlass ihrer Firma, wenig im Vergleich zu den üblicherweise 20 Kilo an vergleichbaren Anlässen.

Zum Schluss stellten drei Airline-Vertreter ihre Nachhaltigkeitsprogramme vor. Air France/KLM, Air Canada und United setzen alle in erster Linie auf SAF, für den sie eine grosse Zukunft sehen.

aboutTRAVEL.ch

BTU Newsletter

Mit unserem Newsletter erfahren Sie die brandaktuellen Neuigkeiten als Erstes.
Melden Sie sich jetzt an, um am Ball zu bleiben.​