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So könnten Hotels im Jahr 2035 aussehen

Eine Studie des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO entwirft drei Zukunftsbilder für die Hotellerie – mit klarer Rolle als Begegnungs-, Service- und Erlebnisort.

Wie werden Hotels in zehn Jahren funktionieren? Diese Frage steht im Zentrum eines aktuellen Forschungsprojekts des Fraunhofer IAO. Unter der Leitung von Vanessa Borkmann, Leiterin des Forschungsbereichs Stadtsystem-Gestaltung, wurden drei mögliche Entwicklungsszenarien für Hotels im Jahr 2035 erarbeitet.

Die Studie knüpft an das bereits 2008 lancierte Innovationsnetzwerk ‘Future Hotel’ an. Damals entstand unter anderem das ‘Hotelzimmer der Zukunft’, das als Prototyp öffentlich gezeigt wurde. Seither arbeitet das Fraunhofer IAO gemeinsam mit Partnern aus der Hospitality-Branche an Zukunftsmodellen für die Hotellerie. Das aktuelle Projekt erweitert den Blick erstmals vom Gästezimmer auf das Hotel als Ganzes.

Drei Szenarien für unterschiedliche Hoteltypen

In Workshops mit Branchenvertreterinnen und -vertretern, an Fachhochschulen sowie bei B2B-Veranstaltungen wurden drei sogenannte Projektionen entwickelt. Sie berücksichtigen technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen sowie neue Anforderungen von Gästen, Mitarbeitenden und Destinationen. Die Ergebnisse wurden 2025 im Paper ‘Future Hotel – Future Projections for 2035’ veröffentlicht.

Synergy Hub: Das Landhotel als regionales Kompetenzzentrum

Für ländliche Regionen skizziert die Studie das Hotel als multifunktionalen ‘Synergy Hub’. Kleinere, unabhängige Betriebe werden dabei zu Service- und Koordinationszentren, die Unterkünfte, lokale Anbieter und Gemeinschaften miteinander vernetzen. Neben Beherbergung bündeln sie Dienstleistungen wie Marketing, Administration oder Infrastruktur und stärken so die regionale Wertschöpfung.

Das Hotel wird zur Plattform für Gäste und Einheimische. Digitale Systeme unterstützen Buchung, Abrechnung und Kommunikation zwischen den Partnern. Genutzt werden vor allem bestehende Gebäude, ergänzt durch flexible Neubauten. Ziel ist es, ländliche Räume zu beleben und Angebote langfristig tragfähig zu machen.

Self-Driving Hotel: Unterkunft und Mobilität verschmelzen

Ein zweites Szenario setzt auf autonomes Fahren. Das sogenannte ‘Self-Driving Hotel’ verbindet Transport, Unterkunft und Service. Selbstfahrende Hotelmodule bringen Gäste direkt zum Ziel oder zu zentralen Docking-Stationen, die als Service-Hubs fungieren.

Während der Fahrt können Reisende arbeiten, entspannen oder Meetings durchführen. Klassische Businesshotels wandeln sich zu Andockpunkten mit Gastronomie, Fitness- und Serviceangeboten. Das Modell richtet sich insbesondere an Geschäftsreisende, Vielpendler und mobile Arbeitsformen. Abgerechnet wird über flexible Nutzungsmodelle wie Abos, Pay-per-Use oder Firmenpakete.

Placemaker Hotel: Treffpunkt in der Stadt

Für urbane Räume beschreibt die Studie das ‘Placemaker Hotel’. Hier steht das Hotel als sozialer und kultureller Treffpunkt im Fokus. Neben Übernachtungen bieten diese Häuser Raum für Veranstaltungen, Kunst, Co-Creation und Austausch zwischen Gästen und lokaler Bevölkerung.

Architektonisch entstehen flexible Mixed-Use-Konzepte, oft durch die Umnutzung bestehender Stadtimmobilien. Mitarbeitende übernehmen verstärkt kuratierende Rollen, sie vernetzen Gäste mit lokalen Akteuren und gestalten Erlebnisse. Digitale Tools ergänzen das Angebot, etwa bei der Organisation von Events oder Community-Aktivitäten.

Hotel als Plattform statt reine Unterkunft

Über alle drei Szenarien hinweg zeigt sich ein gemeinsames Bild: Hotels entwickeln sich von reinen Übernachtungsbetrieben zu vielseitigen Plattformen. Sie verknüpfen Dienstleistungen, schaffen Orte der Begegnung und reagieren flexibel auf regionale und gesellschaftliche Bedürfnisse. Laut Studie liegt darin ein zentrales Zukunftspotenzial der Hotellerie – sowohl im urbanen wie auch im ländlichen Raum.

Quelle: https://abouttravel.ch/reisebranche/so-koennten-hotels-im-jahr-2035-aussehen/

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