Travel Manager bei der Nutzung von KI noch zögerlich
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschäftsreisemarkt steht trotz erster messbarer Vorteile noch am Anfang.
Laut einer Studie der Business Travel Show Europe und der BTN Group setzen jedoch zunehmend Reiseeinkäufer KI ein, um zentrale Herausforderungen wie geopolitische Unsicherheiten, steigende Kosten und die Sicherheit von Reisenden zu bewältigen.
Geopolitische Risiken gelten für 46,5% der Befragten als größte Herausforderung. Bereits 10,08% profitieren von KI-gestützten Echtzeitanalysen, die eine schnellere Bewertung von Risiken und Reaktionen auf internationale Ereignisse ermöglichen. Auch finanzielle Aspekte spielen eine Rolle: 10,92% berichten von Kosteneinsparungen durch KI, während 9,24% Verbesserungen bei der Fürsorgepflicht durch Tools wie Tracking und Warnsysteme feststellen.
Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich eine vorsichtig optimistische Haltung. Rund zwei Drittel der Befragten erwarten Vorteile bei personalisierten Reiseerlebnissen und der Kostenoptimierung. Weitere Potenziale sehen sie in der Verbesserung der Fürsorgepflicht, im ESG-Tracking sowie in der Szenarioplanung bei Störungen. Knapp die Hälfte erkennt zudem Chancen für den Einsatz von KI bei geopolitischen Risikoanalysen.
Gleichzeitig bestehen erhebliche Bedenken. 75,63% nennen Fehlinformationen, Desinformation und Bias als größte Risiken. Datenschutz- und Sicherheitsfragen (66,39%) sowie rechtliche und Compliance-Themen (47,06%) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Unsicherheiten hinsichtlich Strategien und Preisgestaltung von Anbietern werden von einem Viertel der Befragten genannt.
Praxisbeispiele zeigen, dass KI vor allem unterstützend eingesetzt wird, etwa zur Verbesserung der Informationssuche oder bei Buchungsprozessen. Experten betonen die Bedeutung von Datenqualität, Transparenz und menschlicher Kontrolle. KI sollte primär als Entscheidungsunterstützung dienen und zunächst in risikoarmen Anwendungsfällen eingesetzt werden.
Die Ergebnisse unterstreichen das wachsende Interesse an KI im Travel Management, machen jedoch auch deutlich, dass klare regulatorische Rahmenbedingungen und belastbare Nachweise für Sicherheit und Effizienz entscheidend sind, bevor eine breite Implementierung erfolgt.
Die Umfrage wurde im April 2026 durchgeführt und umfasst 192 Teilnehmer. 60% der Befragten waren Einkäufer, Manager oder Buchungsverantwortliche, 19% arbeiteten im Einkauf, 6% im Meeting- und Eventmanagement und 3% als Executive oder Personal Assistants. Die Teilnehmer stammen aus dem Vereinigten Königreich (31%), Kontinentaleuropa (42%) und weiteren internationalen Märkten (27%).
Quelle: https://www.business-travel.de/travel-manager-bei-der-nutzung-von-ki-noch-zoegerlich/65054/