Geschäftsreisen werden komplexer: Online-Buchungen gehen zurück
Komplexere Reisepläne und zunehmende Reisebeeinträchtigungen führen zu einem Rückgang der Online-Buchungen. Das sagt zumindest der aktuelle „Global Business Travel Review“ von Advantage Travel Partnership und Travelogix.
Der Report basiert der auf 1,92 Millionen Buchungsdatensätzen aus dem ersten Halbjahr 2026 mit einem Transaktionswert von knapp 1,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 gingen die Online-Buchungen demnach für Reisen von Europa nach Asien um 5,5%, nach Ozeanien um 5,9% und in den Nahen Osten um 3,1% zurück.
„Da die Reisepläne immer komplexer werden und Störungen häufiger auftreten, legen die Unternehmen offenbar größeren Wert auf Unterstützung bei der Buchung und den Zugang zu Experten“, heißt es in dem Bericht. Die Daten von Travelogix deuten aber auch darauf hin, dass die Unternehmen angesichts geopolitischer Turbulenzen selektiver, flexibler und strategischer vorgehen, was Reiseziel und Art der Reise betrifft.
Die Analyse zeigt jedenfalls eine deutliche Veränderung der europäischen Geschäftsreisen aufgrund des Krieges mit dem Iran: Reisen von Europa in den Nahen Osten gingen im Jahresvergleich um 29,7% zurück, während gleichzeitig Reisen nach Asien um 22,1% und nach Ozeanien um 8,6% zunahmen.
Bemerkenswert anpassungsfähig
„Geschäftsreisen sind trotz der Störungen nicht zum Erliegen gekommen. Stattdessen passen Unternehmen ihre Reisepläne an, bewerten Risiken neu und legen größeren Wert auf den kommerziellen Wert, die Flexibilität und die Belastbarkeit jeder einzelnen Reise“. resümiert Andrea Caulfield-Smith, Geschäftsführerin Global Business Travel bei Advantage Travel Partnership.
Chris Lewis, Gründer und CEO von Travelogix, sieht dies ähnlich: „Die geopolitischen Auswirkungen waren zwar zweifellos erheblich, doch die Daten zeigen einmal mehr, wie bemerkenswert anpassungsfähig unsere Branche in Krisenzeiten ist. Unternehmen und Reisende passten ihre Richtlinien an und änderten ihre Routen, ihr Buchungsverhalten und ihre Reisegewohnheiten - aber sie stellten das Reisen nicht ein.“ (red)